Hypermobilität im Yoga

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Yogatherapie

Yoga bei Hypermobilität

Gedanken und Tipps für alle Bendy Wendys auf der Matte

von Verena

Kennst du Bärbels Lieblingsyogaschüler:innen Bendy Wendy und Stiff Cliff? Das sind zwei überzeichnete Klischees verschiedener Yogi:ni-Typen auf der Matte - die/der eine hüpft mühelos in den Spagat und die/der andere kann kaum aufrecht im Schneidersitz sitzen. Ganz so gewaltig sind die Gegensätze im echten (Yoga-)Leben natürlich meist nicht, aber diese beiden Extreme verdeutlichen sehr anschaulich, wie unterschiedlich die Körper der Yogi:nis sind, auf die wir im Yogaunterricht treffen. 

Große Beweglichkeit - Kunst oder Herausforderung?

Soziale Medien wie Instagram gaukeln uns gerne vor, dass »gutes« Yoga damit zu tun hat, erstaunliche Positionen zu erreichen und unsere Körper auf beeindruckende Weise zu verbiegen. Gerade als YOGAMOUR-Mitglied ist dir sicher bewusst, dass das eher eine fragwürdige Werbebotschaft und in Wirklichkeit nicht gerade hilfreich ist.
Die andere Seite der Medaille ist, dass gerade auf der Yogamatte - ebenso wie beim Ballet, generell im Tanz oder beim Turnen - tatsächlich überdurchschnittlich viele bewegliche Menschen zu finden sind. Das könnte zumindest ein bisschen daran liegen, dass wir dazu tendieren, uns die Form von Bewegung auszusuchen, für die unsere Körper gemacht zu sein scheinen - und mit der wir »Erfolg« haben. Wenn man noch einmal das Instagram-Beispiel bedient: für die wir Lob, Anerkennung und Bewunderung bekommen, wenn wir einen gewissen ästhetischen Anspruch erfüllen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn wir uns im Yogakontext auf körperlicher Ebene mit dem Thema »Hypermobilität« konfrontiert sehen - einige Quellen schätzen den Anteil hypermobiler Menschen an der Gesamtbevölkerung auf zehn bis 20 Prozent, speziell im Yogaumfeld dürften es sogar noch etwas mehr sein.

Wichtig zu wissen: Der Begriff »Hypermobilität« oder »Hyperflexibilität« an sich definiert erst einmal nur eine Beweglichkeit der Gelenke (und Bänder) über das alters- und geschlechtsbezogene normale Maß hinaus - ohne Krankheitswert per se. (Quelle: Wikipedia) Das kann entweder angeboren, also genetisch bedingt sein, die Folge von Verletzungen oder weil die Bänder und Muskeln zu locker sind. Erst einmal ist Hypermobilität also nichts »Anormales« oder gar »Krankhaftes«! Es gibt viele hypermobile Personen, die damit überhaupt keine Probleme haben. Aber: Die Folgen von Hypermobilität können eben auch durchaus schmerzhaft sein - und zwar auch auf der Yogamatte. Und sogar aufgrund unseres Übens. 

Woher weiß ich, dass ich hypermobil bin?

Diese Frage mag vielleicht - besonders für jemanden, der selbst nicht besonders flexibel ist - erst einmal komisch klingen. Ich kann nur sagen: Obwohl ich es im Rückblick nicht ganz verstehe, habe ich mir jahrelang überhaupt keine Gedanken über meine eigene »Beweglichkeit« beim Yoga gemacht, obwohl sie offensichtlich war - und zwar solange, bis ich selbst mit Gelenkschmerzen zu tun hatte. Mittlerweile glaube ich, dass die große »(Über-)Dehnbarkeit«, die ich persönlich in fast allen Gelenken meines Körpers (Finger, Ellbogen, Wirbelsäule/unterer Rücken, Hüft- und Kniegelenke) habe, in enger Verbindung mit einigen meiner (chronischen) Schmerzen (unterer Rücken, Hüfte) stehen könnte. Also habe ich mich - nicht nur - im Rahmen dieses Artikels auf die Suche nach Hintergründen gemacht. Und siehe da: Mittlerweile helfen mir mein Wissen und verschiedene Abwandlungen meiner Praxis mit meiner Flexibilität so umzugehen, dass es mir auf und jenseits der Matte viel besser geht.

Dabei sollte man beachten, dass es sich bei Hypermobilität nicht um eine strikte Definition, sondern vielmehr um ein Spektrum handelt, in dem sie sich zeigt. Daher haben auch nicht alle Menschen mit hypermobilen Gelenken Symptome! Manche können lediglich einen Finger überdurchschnittlich weit nach hinten biegen, bei anderen ist das gesamte Skelettsystem betroffen. In letzterem Fall - hier wird meist vom »Hypermobilitätssyndrom« gesprochen - geht man davon aus, dass das Bindegewebe des Körpers eine Schwäche aufweist. Das bedeutet, dass auch die Sehnen und Bänder zu wenig stabil sein können, was wiederum verschiedene Auswirkungen hat. 

Feststellen lässt sich eine Hypermobilität auch anhand klinischer Tests wie dem »Beighton Score«. (Quelle: NDR) Anhand einer Punkteskala werden dazu üblicherweise fünf Kriterien abgefragt:

  • Überstreckung des Grundgelenks des kleinen Fingers auf 90 Grad (1 Punkt pro Hand)
  • Daumen berührt den Unterarm (1 Punkt pro Hand)
  • Überstreckbarkeit der Ellbogen um mehr als 10 Grad (1 Punkt pro Arm)
  • Überstreckbarkeit der Kniegelenke um mehr als 10 Grad (1 Punkt pro Bein)
  • Handflächen können bei gestreckten Knien auf den Boden aufgelegt werden (1 Punkt)

Hypermobilitäts-»Management« auf der Yogamatte 


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Veröffentlicht am 8. Oktober 2023 | Geschrieben von Verena | Alle Artikel von Verena

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